Archäologische digitale
3D-Bestandsdokumentation

Digitale, nachhaltige und zeitgemäße Sicherung historischer Funde

Structure from Motion | UAV-Befliegung | Photogrammetrie | Georeferenzierung | Gaussian Splatting | DSchG NRW konform

Wenn der Bagger auf Geschichte trifft: digitale Ausgrabungsdokumentation, die Baufortschritt und Denkmalschutz in Einklang bringt – schnell, georeferenziert und wissenschaftlich auswertbar.

Was ist eine digitale archäologische Bestandsdokumentation ?

Überall in deutschen Städten und Gemeinden lauern unterirdisch die Spuren der Geschichte. Wer baut, riskiert, sie zu zerstören – und ist gesetzlich verpflichtet, sie vorher zu sichern. Die klassische Methode war jahrzehntelang Handzeichnung und Fotografie. Das war langsam, teuer und wenig präzise.

Digitale 3D-Dokumentation mit Structure-from-Motion (SfM), terrestrischer Photogrammetrie und UAV-Befliegung hat das Feld grundlegend verändert. Was früher Wochen dauerte, gelingt heute in Tagen – mit höherer Genauigkeit, besserer Auswertbarkeit und einer langlebigen digitalen Datenbasis.


Landesämter für Denkmalpflege wie das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland und das LWL-Amt für Bodendenkmalpflege in Westfalen-Lippe sehen SfM und Photogrammetrie heute als anerkannte Standardverfahren in der archäologischen Felddokumentation.

Definitionen

Structure from Motion (SfM)
Bildbasiertes 3D-Rekonstruktionsverfahren: Aus überlappenden Fotografien wird automatisiert ein hochauflösendes, texturiertes 3D-Modell berechnet. Ideal für Grabungsflächen, Profilwände und Fundkontexte.
UAV-Befliegung (Drohne)
Befliegung der Grabungsfläche aus der Luft. Erzeugt georeferenzierte Orthofotopläne und Übersichtsmodelle. Besonders wertvoll für großflächige Ausgrabungen und die räumliche Einordnung von Befunden.
Gaussian Splatting (3DGS)
KI-gestütztes Echtzeit-Visualisierungsverfahren: Die Szene wird als Sammlung von Millionen dreidimensionaler Gauß-Ellipsoide dargestellt, die Licht, Farbe und Textur fotorealistisch abbilden ohne aufwendiges Mesh-Modelling. Ideal für immersive Präsentationen, Web-Viewer und die Vermittlung archäologischer Befunde.
Baubegleitende Dokumentation
Kontinuierliche Erfassung während laufender Baumaßnahmen bei sich verändernden Grabungsflächen, neuen Befunden oder Wiedereröffnung bereits untersuchter Zonen. Modular, wiederholbar, terminflexibel.
Problem

Wenn Geschichte den Bauplan aufhält

Archäologische Funde auf Baustellen sind keine Seltenheit – gerade in historisch gewachsenen Innenstädten, entlang alter Römerstraßen oder auf Industriearealen mit langer Geschichte. Wer unvorbereitet ist, zahlt drauf: zeitlich, finanziell und rechtlich.

Probleme

Baustillstand durch manuelle Dokumentation
Klassische Handzeichnungen und analoge Fotodokumentation bremsen den Baufortschritt erheblich. Jede Pause kostet.
Rechtliche Pflichten ohne Plan
Das DSchG NRW verpflichtet Bauherren zur Dokumentation archäologischer Befunde – oft ist unklar, wer das wie umsetzen soll.
Sich verändernde Grabungslagen
Neue Abschnitte öffnen sich, bereits dokumentierte Bereiche werden wiederentdeckt – die Situation ist dynamisch, die Daten müssen mithalten.
Kein digitaler Datensatz für die Forschung
Analoge Dokumentation ist schwer teilbar, nicht auswertbar und kann nicht hinreichend in GIS oder Forschungsdatenbanken überführt werden.
Koordination zwischen Gewerken
Denkmalbehörde, Ausgrabungsfirma, Bauherr und Generalunternehmer brauchen eine gemeinsame Datenbasis – die selten vorhanden ist.
Rechtliches

Das sagt das Recht – DSchG NRW & Verursacherprinzip

Nach § 29 des Denkmalschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen (in Kraft seit 2013, novelliert 2022) tragen Bauherren die Kosten für die wissenschaftliche Untersuchung, Bergung und Dokumentation von Bodendenkmälern, die durch ihr Vorhaben betroffen werden. Dieses Verursacherprinzip gilt auch für vermutete Bodendenkmäler – also selbst wenn nichts in der Denkmalliste steht. Die Grabungsrichtlinien des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege schreiben für alle genehmigten archäologischen Maßnahmen eine vollständige, wissenschaftlich prüfbare Dokumentation vor. Wer das gut macht, spart Ärger – und oft auch Zeit.
Unsere Lösung

Digitale 3D Bestandsdokumentation in der Archäologie

Wir verbinden moderne Messtechnik mit echtem archäologischen Verständnis. Unser Prozess ist modular und baubegleitend – sodass er sich an den Rhythmus der Grabung und des Projekts anpasst, nicht umgekehrt. Denn auf einer aktiven Baustelle gibt es keine Zeit für lange Aufbauphasen.

Vorteile

Vorteile der Digitalen 3D-Bestandsdokumentation in der Archäologie

Geschichte sichern, Baufortschritt halten

Sie planen ein Bauprojekt in einem archäologisch sensiblen Gebiet? Oder Sie haben bereits erste Funde und brauchen schnell jemanden vor Ort? Wir sind bereit.

Weiterführende Informationen

Referenzprojekte im Bereich Archäologie und Denkmalschutz

FAQs

Fragen & Antworten zur 3D-Bestandsdokumentation für Serielle Sanierung

1Für wen ist diese Leistung geeignet?
Für Bauherren, Kommunen, Stadtwerke und Generalunternehmer, deren Bauprojekte in archäologisch sensiblen Bereichen stattfinden – zum Beispiel in historischen Innenstädten, auf alten Industriearealen oder entlang bekannter Römerstraßen. Auch Ausgrabungsfirmen und archäologische Fachinstitute, die ihre Feldarbeit digital unterstützen oder beschleunigen möchten, sind willkommene Partner.
2Wie schnell können wir auf einen Befund reagieren?
Für die erste Datenaufnahme benötigen wir in der Regel etwas Vorlaufzeit. Bei einer engen und langfristigen Zusammenarbeit können wir dann sehr kurzfristig reagieren. Gerade auf aktiven Baustellen ist Flexibilität entscheidend – neue Befunde tauchen oft unerwartet auf. In unserem Duisburger Referenzprojekt haben wir Termine teils von einen auf den anderen Tag realisiert.
3Welche Dateiformate liefern wir ?
Das klären wir vorab mit dem Kunden ab. Typische Ausgaben sind: georeferenzierte Orthoprofile (GeoTIFF), 3D-Punktwolken (e57, LAS/LAZ), texturierte 3D-Modelle (OBJ, GLB), maßstäbliche 2D-Ansichten und Profilschnitte (PDF, DXF, DWG). Alle Formate können auf die Anforderungen der jeweiligen Denkmalbehörde angepasst werden.
4Erfüllt eure Dokumentation die Anforderungen des LVR / LWL?
Ja. Unsere Ausgaben sind auf die Grabungsrichtlinien des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland und des LWL-Amtes für Bodendenkmalpflege in Westfalen-Lippe ausgerichtet. Wir liefern georeferenzierte Datensätze, die direkt in die formale Prüfung und die Aufnahme ins Ortsarchiv überführt werden können. Die konkrete Abstimmung erfolgt projektspezifisch mit der zuständigen Behörde.
5Können auch wir nachträglich ein Gaussian Splat-Modell aus unseren Daten erstellen?
Ja, in vielen Fällen ist das möglich. Wenn bereits Bilddaten aus einer SfM-Photogrammetrie-Kampagne vorliegen, können dieselben Fotos oft auch für ein Gaussian Splatting-Modell verwendet werden – ganz ohne erneuten Feldaufwand. Das Ergebnis ist ein fotorealistisches, in Echtzeit navigierbares 3D-Modell, das sich im Browser, als VR-Erlebnis oder als Präsentation nutzen lässt. Sprecht uns an, wenn ihr vorhandene Bilddaten habt – wir prüfen das gemeinsam mit euch.
6Was ist der Unterschied zwischen Gaussian Splatting und einer klassischen 3D-Visualisierung?
Eine klassische 3D-Visualisierung basiert auf einem Polygon-Mesh mit aufgelegten Texturen. Sie sieht gut aus, braucht aber aufwendiges Post-Processing und ist selten in Echtzeit navigierbar. Gaussian Splatting hingegen stellt die Szene als Millionen winziger 3D-Ellipsoide (Splats) dar, die Licht und Farbe physikalisch korrekt abbilden – auch lichtabhängig, d.h. je nach Blickwinkel ändert sich das Erscheinungsbild wie in der Realität. Das Rendering läuft in Echtzeit mit über 100 Frames pro Sekunde, direkt im Browser oder in VR – ohne aufwendige 3D-Engine-Integration. Für archäologische Präsentationen, Museen oder Stadtarchive ist das ein Quantensprung in der Zugänglichkeit.
7Können auch laufende Ausgrabungen nachträglich digitalisiert werden?
Absolut. Wir steigen auch in bereits laufende Projekte ein. Wichtig ist, dass der aktuelle Zustand der Grabungsfläche noch zugänglich ist – dann können wir jederzeit mit der Erfassung beginnen. Eine Weiterführung über mehrere Bauphasen ist explizit Teil unseres Angebots.