Archäologische digitale
3D-Bestandsdokumentation

Digitale, nachhaltige und zeitgemäße Sicherung historischer Funde
Structure from Motion | UAV-Befliegung | Photogrammetrie | Georeferenzierung | Gaussian Splatting | DSchG NRW konform
Wenn der Bagger auf Geschichte trifft: digitale Ausgrabungsdokumentation, die Baufortschritt und Denkmalschutz in Einklang bringt – schnell, georeferenziert und wissenschaftlich auswertbar.
Was ist eine digitale archäologische Bestandsdokumentation ?
Überall in deutschen Städten und Gemeinden lauern unterirdisch die Spuren der Geschichte. Wer baut, riskiert, sie zu zerstören – und ist gesetzlich verpflichtet, sie vorher zu sichern. Die klassische Methode war jahrzehntelang Handzeichnung und Fotografie. Das war langsam, teuer und wenig präzise.
Digitale 3D-Dokumentation mit Structure-from-Motion (SfM), terrestrischer Photogrammetrie und UAV-Befliegung hat das Feld grundlegend verändert. Was früher Wochen dauerte, gelingt heute in Tagen – mit höherer Genauigkeit, besserer Auswertbarkeit und einer langlebigen digitalen Datenbasis.
Landesämter für Denkmalpflege wie das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland und das LWL-Amt für Bodendenkmalpflege in Westfalen-Lippe sehen SfM und Photogrammetrie heute als anerkannte Standardverfahren in der archäologischen Felddokumentation.
Definitionen


Wenn Geschichte den Bauplan aufhält
Archäologische Funde auf Baustellen sind keine Seltenheit – gerade in historisch gewachsenen Innenstädten, entlang alter Römerstraßen oder auf Industriearealen mit langer Geschichte. Wer unvorbereitet ist, zahlt drauf: zeitlich, finanziell und rechtlich.
Probleme
Das sagt das Recht – DSchG NRW & Verursacherprinzip
Nach § 29 des Denkmalschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen (in Kraft seit 2013, novelliert 2022) tragen Bauherren die Kosten für die wissenschaftliche Untersuchung, Bergung und Dokumentation von Bodendenkmälern, die durch ihr Vorhaben betroffen werden. Dieses Verursacherprinzip gilt auch für vermutete Bodendenkmäler – also selbst wenn nichts in der Denkmalliste steht. Die Grabungsrichtlinien des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege schreiben für alle genehmigten archäologischen Maßnahmen eine vollständige, wissenschaftlich prüfbare Dokumentation vor. Wer das gut macht, spart Ärger – und oft auch Zeit.
Digitale 3D Bestandsdokumentation in der Archäologie
Wir verbinden moderne Messtechnik mit echtem archäologischen Verständnis. Unser Prozess ist modular und baubegleitend – sodass er sich an den Rhythmus der Grabung und des Projekts anpasst, nicht umgekehrt. Denn auf einer aktiven Baustelle gibt es keine Zeit für lange Aufbauphasen.

1. Abstimmung & Scoping
Koordination mit Bauherr, Ausgrabungsfirma und Denkmalbehörde. Klärung von Umfang, Genauigkeiten und Ausgabeformaten.

2. Georeferenzierung
Eine exakte Georeferenzierung ist die Grundlage unserer Arbeit. Nur dadurch können wir sich ständig ändernde Grabungssituationen über den gesamten Grabungsprozess zueinander referenzieren.

3. Bestandsaufnahme vor Ort
SfM-Photogrammetrie für Profilwände und Grabungsflächen, UAV-Befliegung für georeferenzierte Draufsichten und Übersichten.

4. 3D Alignment & Meshing
Die aufgenommenen Bilddaten werden im Innendienst zueinander referenziert, ausgerichtet und zu hochauflösenden 3D-Modellen oder Gaussian Splats weiterverarbeitet.

5. Erzeugung von Übersichtsplänen und Profilansichten
Aus den 3D-Daten erzeugen wir denkmalschutzkonforme, georeferenzierte und hochaufgelöste Profilansichten.

6. Export und Übergabe
Lieferung in gewünschten Formaten (e57, GeoTIFF, PDF, DXF u. a.) an Denkmalbehörde, Forschung und Bauherr.
Vorteile der Digitalen 3D-Bestandsdokumentation in der Archäologie
⚡bis zu 50% schnellere Dokumentation
Structure-from-Motion ersetzt stundenlange Handzeichnungen durch Stunden im Feld und Minuten in der Prozessierung. In unserem Duisburger Projekt konnten wir die Dokumentationszeit durch automatisierte Prozesse bei einzelnen Befunden um bis zu 50% reduzieren.
🗺️ Georeferenzierte Daten
Alle Daten sind räumlich eingemessen und in gängige GIS- und CAD-Systeme integrierbar. Befunde lassen sich eindeutig verorten – über mehrere Bauphasen und Zeiträume hinweg.
🔍 Wissenschaftlich auswertbar & archivierbar
Die 3D-Modelle erfüllen die Anforderungen der LVR- und LWL-Grabungsrichtlinien und bilden eine belastbare Basis für Abschlussberichte, Forschungspublikationen und die Langzeitarchivierung.
🏗️ Baufortschritt bleibt erhalten
Durch kurzfristige Terminierbarkeit und schnelle Datenlieferung werden Baustillstände minimiert. Wir arbeiten im Takt der Baustelle – nicht gegen sie.
🔄️ Flexibel bei sich verändernden Flächen
Unser Prozess ist modular und wiederholbar – neue Grabungsabschnitte, Wiedereröffnungen oder Nachkartierungen lassen sich nahtlos integrieren, ohne die Gesamtdokumentation neu aufsetzen zu müssen.
🤝 Belastbare Datengrundlage für alle Beteiligten
Denkmalbehörde, Ausgrabungsfirma und Bauherr arbeiten mit denselben Daten – kein doppeltes Messen, kein Informationsverlust zwischen den Gewerken.





